|
2. Die Flugzeuge
Der erste Schulgleiter des DASC, eine
SG38 ,stand gesponsert von einer Firma ,den Mitgliedern im
Sommer 1954 zur Verfügung. Es war allerdings mehr ein Verhau aus Holz
und Drähten mit einem völlig frei vor den Tragflächen liegenden Sitz,
mit dem nach kräftezehrendem Gummiseilstart die ersten Hüpfer gemacht
wurden. Ein Flugzeug für das Piloten der heutigen modernen
Hochleistungssegler nur ein respektvolles Schmunzeln übrig haben.
So erwarb man auch bald, vorfinanziert von
einigen Clubmitgliedern die erste Rhönlerche, die dann Ostern 1955 vom
damals schnellsten Piloten der Welt Mayor
Charles Yaeger (er hatte im Oktober 1947 mit der legendären
Bell X1 zum ersten Mal die Schallmauer durchbrochen) und seiner Gattin
am Moselufer auf den Namen „Liebeskummer“ getauft wurde.
1956 erwarb der Club dann eine
Ka2b.
Ein Doppelsitzer in Holzbauweise der dem Club bis in die neunziger Jahre
erhalten blieb, und heute in optimalen Zustand im Segelflugmuseum auf
der Wasserkuppe steht.
Etliche Jahre später, denn der Club hatte
sich durch den Bau des Platzes erheblich verschuldet, kaufte man eine
Ka8, einen Einsitzer in Gemischt-Bauweise und ein sehr bewährtes
Anfängermuster. Auch dieser Typ wird heute noch im Club geflogen.
Es gab auch eine separate
Motorfliegergruppe, die Ihre Flugzeuge privat unterhielt, jedoch Mitte
der 60er Jahre in dem Segelflugclub aufging.
Anfang der 70er bereicherte dann eine Ka6
den Flugzeugpark des DASC, ein Hochleistungssegler mit dem Clubmitglied
Emil Scherer Landesmeister wurde und u. a. Flüge bis nach St. Florentin
in Frankreich durchführte. Auch die Ka6 begeistert heute noch mit Ihrer
Leichtigkeit und exzellenten Steigwerten.
Die Anschaffung des ersten Motorseglers,
der legendären „Whiskey-Delta“ war ein Meilenstein der Clubgeschichte.
Sie sollte über Jahrzehnte die Piloten mit hoher Zuverlässigkeit und
günstigen Betriebskosten erfreuen.1991 kam ein 2. Motorsegler hinzu.
Die Ära der modernen GFK- Segler wurde Ende
der 70er eingeläutet, als der Club seine erste
ASW19 erwarb. Diese Bauweise mit kreuzweise übereinander
laminierten Glasfasematten und extrem glatter Oberfläche, hat sich
inzwischen am Markt durchgesetzt, zeichnen sich doch diese Flugzeuge
durch sehr gute Flugleistungen und eine hohe Wertstabilität aus.
Diese Gründe sprachen 1986 auch für den
Erwerb des 1.GFK-Doppelsitzers einer SF34. Leider währte die Freude an
diesem Flugzeug nicht lange, wurde es bereits nach einem halben Jahr im
Ausbildungsbetrieb von einem Schüler „zerlegt“. Ersatz musste her, die
erste ASK21 wurde gekauft, der Mercedes unter den
Schulungsdoppelsitzern! Gutmütigkeit, Langstrecken- und sogar
Kunstflugtauglichkeit prädestinieren die ASK21 geradezu für den
Schulbetrieb, Streckenflugtraining und Gastflugeinsatz. Diese Vorteile
überzeugten die Clubmitglieder so sehr, dass 1998 eine 2. ASK 21
angeschafft wurde. Diese beiden Doppelsitzer sind heute die
meistgenutzten Flugzeuge im Verein und mehrmals pro Jahr auch „auf
Achse“ im Anhänger unterwegs zu diversen nationalen und internationalen
Wettbewerben, oder zum Streckenflugtraining in die französischen
Seealpen, wo besonders im Frühjahr Wetterbedingungen herrschen , die
Flüge in große Höhen und über lange Distanzen in die traumhafte
Alpenkulisse ermöglichen. Auch Kunstfluglehrgänge werden mit unserer „India
Tango“, so die Wettbewerbskennung einer der beiden ASK 21 besucht, oder
sie finden, wie im vergangenen Herbst auf unserem Heimatflugplatz Mont
Royal statt. Hier konnten 7 weitere Clubmitglieder die
Segelkunstflugberechtigung erwerben, die hohe Schule des Kunstflugs ohne
Motor. Ihr Können werden sie bei großen und kleinen Flugplatzfesten
beweisen.
Ein besonderes Clubflugzeug ist seit
nunmehr über 2 Jahrzehnten als Schleppmaschine oder für Gastflüge im
Einsatz, es gehört einfach schon zum klassischen Bild unsere 4sitzige
Morane. Die unter ihrem Kennzeichenkürzel „Yankee Hotel“ bekannte
Maschine aus französischer Produktion gehört zum Flugplatz wie der Tower
und wurde bei einer der technischen Überholungen, die ein Flugzeug über
sich ergehen lassen muss um den jeweils neuesten Sicherheitsstandards zu
entsprechen komplett auf besonders lärmarmen Betrieb umgerüstet. Diese
tief greifenden technischen Maßnahmen umfassten u. a. eine komplett neue
Schalldämpferanlage sowie einen neuen 4Blattpropeller und führten zu
einer deutlichen Abnahme der Lärmbelastung im Fluge. Seither trägt die
Morane, ganz
unserer Clubphilosophie entsprechend wie andere Vereinsflugzeuge auch,
den blauen Umweltengel. Solche Maßnahmen entlasten nicht nur die
Bevölkerung sondern auch die über Land fliegenden Piloten denn
besonders lärmarme Flugzeuge sind auch auf anderen Flugplätzen gerne
gesehen, und werden bei Lande und Abfertigungsgebühren besonders
berücksichtigt.
Im Jahr 2000 entschieden sich die
Clubmitglieder für eine neue, zusätzliche Sparte der Fliegerei, dem
Ultraleichtflug. Eine ganz modernen Sparte der zivilen Fliegerei bei
dem die Flugzeuge ein max. Abfluggewicht von 472,5 kg nicht
überschreiten dürfen. Diese Klasse hat sich in den letzten Jahren enorm
entwickelt und wartet heute mit einem sehr breiten Angebot
leistungsfähiger und sehr wirtschaftlicher Flugzeuge auf. Diese sind
größtenteils vollwertige dreiachsgesteuerte Kleinflugzeuge die einen
Flugleistungsvergleich mit den wesentlich teureren 4Sitzern nicht zu
scheuen brauchen und einen bislang unbekannten Sicherheitsaspekt
aufweisen: das so genannte Gesamtrettungsgerät. Dieses beinhaltet einen
großen Fallschirm der, vom Piloten im Extremfall per Minirakete gezündet
und entfaltet, das UL samt seiner Insassen sanft zur Erde schweben
lässt. Der DASC entschied sich für die Anschaffung eines „Wild Thing“.
Ein uriger Hochdecker, der mit seinen dicken Ballonreifen und den großen
Fensterflächen an die legendäre Piper Cub erinnert. Mit diesem Flugzeug
werden Clubmitglieder umgeschult oder ausgebildet. Es kann aber noch
mehr: Segelflugzeuge in den Himmel schleppen zum Beispiel, selbst dann
wenn sie wie im Falle einer doppelt besetzten ASK21 schwerer sind, als
das Schleppflugzeug selbst. Natürlich steht auch hier die
Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Moderne, sparsame Motoren, die zudem
mit handelsüblichen SuperPlus betrieben werde können und in Verbindung
mit dem niedrigen Abfluggewicht Schleppbetrieb zu vertretbaren Kosten
garantieren sind für den Vereinsbetrieb natürlich interessanter, als
wenn eine 4sitzige Schleppmaschine mit großvolumigem Benzinmotor
startet.
Zurzeit verfügt der Club also über folgende
Flugzeuge 3 Einsitzer Ka6, Ka8, ASW19, 2 Doppelsitzer ASK21, 1 Reise und
Schleppmaschine „Morane“, 1 Motorsegler Typ Falke 2000, sowie
vorgenanntes Ultraleicht Flugzeug Typ „Wild Thing“. Darüber hinaus wird
hoffentlich schon zum Jubiläumsflugtag ein besonderer Oldtimer liebevoll
restauriert über der Mosel zu sehen sein. Unsere Rhönlerche, auf der so
viele Clubmitglieder das Fliegen erlernt haben, und die die letzten
Jahre ein Schattendasein in einer Hallenecke fristete wird derzeit unter
fachmännischer Leitung und tatkräftigem Einsatz von Gründungsmitglied
Horst Dahlke und seinen Helfern hergerichtet und in den erstklassigen
Zustand versetzt den sie verdient hat.
|
 |
|
4. Die Höhepunkte der Clubgeschichte
Am Wochenende 15./16. Juni 1957 fand der
Eöffnungsflugtag statt und der DASC stellte sich erstmals der breiten
Öffentlichkeit vor. Ein fast unglaubliches Programm wurde geboten und
die Freude und Begeisterung über die wiedererlangte Lufthoheit der
Bevölkerung eindrucksvoll vermittelt. Fast alles was zu dieser Zeit Rang
und Namen hatte gab sich die Ehre u.a.: Liesl Bach, Hanna Reitsch ,
Albert Falderbaum oder der 1. Überschallpilot der Welt Col. Charles
Yeager um nur einige zu nennen.
Es turnten Kunstflugstaffeln aus Frankreich
sowie Eine Jet-Staffel der US-Air-Force mit ihren F100SABRE am Himmel
über Traben-Trarbach. Dieses Programm war Einmalig und nur mit Hilfe der
Amerikanischen Clubmitglieder möglich.
Das größte Flugzeug das sich je auf unserem
Platz einfand war im Jahre 1958 eine amerikanische DC3. Sie war zur
Stippvisite aus Spangdahlem gekommen und hatte sich mit ihren 11,5 to
Abfluggewicht verteilt auf 2 Räder prompt in einer Senke auf dem
Flugplatz fest gerollt. Erst einmal ging gar nichts mehr. Nachdem man
die schwere Maschine mit entsprechendem Gerät befreit hatte, der
anschließende Start trotz zweier Doppelsternmotoren mit je 1217PS
misslang, ersann man einen Trick. Auf kurzem amerikanischen Dienstweg
wurden per Hubschrauber 2 Feststoffraketen (so genannte Booster)
eingeflogen, unter den Tragflächen montiert und die schöne Maschine in
den Himmel über Traben-Trarbach „geschossen“.
Zwei Jahre später richtete der Club einen
Hubschrauberflugtag aus, ein Ereignis dass lt. Presseberichten von
damals 7000 Zuschauer auf den Mont Royal lockte.
In den nächsten Jahren war der Club häufig
Ausrichter und Gastgeber von Sternflügen, Station bei Deutschlandflügen,
oder hatte ganz einfach fremde Vereine zu Gast, die ihren Fliegerurlaub
an der Mosel sehr genossen.
Das größte Ereignis bei dem der Club als
Gastgeber fungierte war der Besuch des Luftschiffes „Drei Musketiere“ im
Jahre 1973 für eine ganze Woche. Dieser Besuch mit Demonstrations-,
Rund- und Passagierflügen brachte dem Club den bisherigen Rekordbesuch.
Allein für den Sonntag wurden 20000 Besucher geschätzt. Eine große
logistische Aufgabe für den DASC, denn der Gastgeber ist
selbstverständlich auch für die Flugsicherheit verantwortlich. Dieses
Großereignis blieb bis heute unübertroffen.
Im Juli 1987 fand ein Oldtimer-Treffen der
Besonderen Art statt der „Vintage-Glider-Club“ aus England hatte sich
für eine Woche Flugbetrieb auf dem Mont Royal eingefunden. Ein Club der
die schönsten Segelflugoldtimer der Welt restauriert, pflegt und fliegt
und dabei auf den schönsten Plätzen Europas zu Hause ist. Die legendäre
SG38, Slingsby, Minimoa, Mü13, sie alle hingen am Windenseil des DASC
.Der ganze Verein fühlte sich als Gastgeber geehrt, packte kräftig mit
an und wurde zu Rundflügen in den offenen Doppelsitzern eingeladen
.Besonders den damaligen Schülern werden diese beeindruckenden Flüge
immer in Erinnerung bleiben.
In den 90er Jahren war der Club u.a.
Gastgeber des Jugendvergleichsfliegens vom Rheinland-Pfälzischen
Luftsportverband. Eine sehr positive historische Bilanz also ,die am 12.
und 13.Juni 2004 mit einer beeindruckenden 50Jahr Feier gekrönt wurde.
|
 |