Wen die Faszination des Fliegens einmal erfasst hat, den lässt sie in der Regel nicht mehr los. Das Segelfliegen darf man bereits im Alter von 14 Jahren erlernen und schon mit 14 darf man auch ein 110.000 Euro Kunststoffsegelflugzeug alleine durch die Lüfte steuern, sofern man zügig die erste Flugausbildung durchlaufen hat- welch ein Vertrauensbeweis in einen jungen Menschen!
Der Deutsch-Amerikanische Segelflugclub e.V. ist einer von Vielen, der im Luftsport solche Jugendarbeit leistet. Der Verein wurde 2007 für sein Engagement für die Jugend durch die Landrätin Beate Läsch-Weber und Frau Schneider vom LandkreisAktiv mit der Urkunde „Stille Stars“ ausgezeichnet. Der DASC ist unverändert mit 4 Fluglehrern in der Jugendarbeit tätig- u.a. mit dem jährlichen Angebot an Gymnasien zur Durchführung von Projekttagen für Physikleistungskurse. Die Gymnasien Traben-Trarbach,Wittlich und Simmern machen hiervon regelmäßig Gebrauch- wird doch dem Schüler die Strömungslehre beim Fliegen bestens vermittelt.
Was prädestiniert nun einen Segelflieger , ein späterer Berufspilot zu werden? Es sind die Faszination am Fliegen, der Wille, eine lange Ausbildung zu bestehen, die Arbeit im Team, eine gute Auffassungsgabe und eine gesunde Lebensweise sowie die Fähigkeit feinmotorisch Hände und Füße beim Steuern zu bewegen. In seinem Flugsportverein lernt er u.a. bereits am ersten Flugbetriebstag, dass ohne Teamgeist kein Segelflugzeug in die Luft steigt. Denn für einen Winden-Start werden 5 weitere Kameraden benötigt. Das bedeutet für ihn, von Morgens 0900 Uhr bis Abends gegen 1800 Uhr am Flugbetrieb teilzunehmen, damit alle Flugschüler ihre drei bis vier Schulflüge absolvieren können. Auch die theoretische Ausbildung bis zum Luftfahrerschein verlangt Durchhaltevermögen. Da ist zuerst einmal ein Funksprechzeugnis zu erwerben. Hier lernt er einen Teil der Welt kennen, die später Alltag im Leben des Berufspiloten ist. Er erlernt Funksprechgruppen und Anflugverfahren auf große Flughäfen wie Köln-Bonn, Hannover oder Hamburg. Dabei schlüpft er in der Simulation in die Rolle eines Motorfliegers. Ferner wird er u.a. in Fächern wie Meteorologie, Navigation, Luftrecht ,Technik- Flugzeugkunde, Instrumentenkunde, Aerodynamik usw. unterrichtet und geprüft- alles nützliche Grundlagen für den späteren Berufspiloten. Feinmotorisches, gefühlvolles Fliegen erlernt er im Segelflug, denn wer grobmotorisch die Ruder bewegt, steigt in den seltensten Fällen thermisch nach oben und produziert auch keine guten Landungen. Kurz, die Ausbildung zum Segelflieger in einem Verein kann bis zum Erwerb des Luftfahrerscheines 2 Jahre dauern, bis die nötigen Flugstunden /Prüfungsflüge absolviert sind und die Theorieprüfung bestanden ist.
Im DASC e.V. haben bisher 10 ehemalige Segelflieger den Sprung zum Berufspiloten gewagt und erfolgreich abgeschlossen. Sie alle haben im Alter von 14 bis 18 Jahre ihren ersten Alleinflug im Segelflugzeug auf dem Mont-Royal durchgeführt und sind z.T. noch heute Mitglieder. Vier von ihnen sind Flugkapitäne, Michael Scherer aus Bengel bei „City-Line“, Klaus Merrem aus Wittlich und Tim Tibo aus Bengel bei der „Lufthansa“sowie Manuel Max aus Kennfus bei LUXAIR. Drei weitere Mitglieder sind Copiloten ,Manuel Lange aus Wengerohr und Niklas Metzen aus Kröv bei der „Lufthansa“ sowie Michael Niesen aus Platten bei“Condor“. Als Hubschrauber-Berufspiloten fliegen Oberst iG Stefan Demps aus Bengel bei der Bundeswehr, Hauptkommissar Christian Lange aus Wittlich bei der Polizei RLP und Jonas Schühlein aus Kröv bei „HeliTransair“. In Ausbildung zum Berufspiloten befindet sich z.Zt. Constanze Gärtig aus Binsfeld bei „Aerologic“ und Neill Houzenga aus Wittlich bei der „Lufthansa“. Um eine Pilotenausbildung in der Bundeswehr bewirbt sich gerade Patrick Schulz aus Bausendorf.
Mit Genugtuung und etwas Stolz kann der DASC e.V. auf die vorgenannten Berufsflieger zurückblicken, hat er doch einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Teil , zu deren beruflichen Erfolg beigetragen - und die drei „AZUBIS“ werden es sicherlich auch schaffen.